2000: Arsen und Spitzenhäubchen von Joseph Kesselring / 2001: Tante Jutta aus Kalkutta (Familie Hannemann) von Max Reimann und Otto Schwartz
2000
Zum Inhalt
Dieser Evergreen des schwarzen Humors (ein „Everblack“, gewissermaßen) ist das einzige bekannte Stück aus der Feder des Autoren Joseph Kesselring. Berühmtheit erlangte der Komödienklassiker vor allem durch die 1941er Verfilmung des Regisseurs Frank Capra, der nach Besuch der erfolgreichen Broadway-Aufführung das Werk um jeden Preis auf die Leinwand bringen wollte. Er verpflichtete sich sogar, mit der Kinoauswertung so lange zu warten, bis die Aufführung am Broadway abgesetzt war. So wurde der Film zwar 1941 gedreht, kam aber erst 1944 in die Kinos, in die deutschen erst 1952.
In „Arsen und Spitzenhäubchen“ wird das Absurde mit solcher Selbstverständlichkeit vorgeführt, daß schließlich Mortimer und Ellen, die beiden „Normalen“, wie Fremdkörper wirken.
Und um was geht es?
Abby und Martha Brewster, zwei liebenswerte alte Damen, haben ihre eigene Art, älteren Herren einen bösen Lebensabend zu ersparen. Ihr Neffe, der Theaterkritiker Mortimer, versucht, Schlimmeres zu verhindern, muß gleichzeitig aber auch noch um seine Verlobung mit der Pfarrerstochter Ellen fürchten. Sein Bruder, der entflohene Schwerverbrecher Jonathan und dessen ständiger Begleiter „Dr.“ Einstein, tragen auch nicht gerade zu Mortimers Wohlbefinden bei. Ein weiterer Bruder, Teddy, hält sich für den Präsidenten Roosevelt und hebt ständig Schleusen für den Panama-Kanal aus, die dann einem völlig artfremden Verwendungszweck zugeführt werden. Einem weiteren Sargnagel sieht sich Mortimer in dem Polizisten und verhinderten Theaterautoren O´Hara gegenüber. Wie Mortimer es schafft, am Ende alles einigermaßen glimpflich „über die Bühne“ zu bringen, das läßt sich nicht beschreiben, das muß man gesehen haben.
Die Darsteller/innen:
Abby Brewster: Maria Lather
Martha Brewster: Rosa Kißling
Mortimer Brewster: Bertram Schmitt
Jonathan Brewster: Achim Gutbrod
Teddy Brewster: Winfried Bauerbach
Dr. Harper: Dieter Kling
Ellen Harper: Melanie Lather
O´Hara: Tim Lather
Leutnant Roony: Dieter Schnaudt
Brofy: Willi Lather
Klein: Frank Schüßler
Dr. Einstein: Peter Thiel
Mr. Witherspoon: Paul Koch
Mr. Gibbs: Martin Gilbert
Regie: Monika Gutbrod
Soufflage: Iris Pohlmann
Einige Szenen auf und hinter der Bühne:
2001
Zum Inhalt
Sicherlich der witzigste und wichtigste der vielen Schwänke aus der überaus produktiven Stückeküche der Autoren Reimann und Schwartz, kam dieses Werk eigentlich mit dem Namen "Familie Hannemann" zur Welt. Da aber das Millowitsch-Theater sich schon vor vielen Jahren erlaubte, den Titel "Tante Jutta aus Kalkutta" zu prägen, haben auch wir uns erdreistet, diese wesentlich griffigere Überschrift zu wählen.
Und um was geht es?
Um einen erfolglosen Rechtsanwalt, der lieber auf Kosten seiner in Indien lebenden Tante existiert, als seinen Unterhalt selbst zu bestreiten. Als seine Tante dann die klingende Münze verweigert und als Ersatz gute Ratschläge erteilt, erfindet Dr. Hannemann so nach und nach eine ganze Familie, was die Tante so begeistert, daß sie die finanzielle Unterstützung wieder aufnimmt. Aber irgendwann passiert es: sie will die Sippschaft inspizieren. Der geplagte Jurist kann nun sehen, wie er die erfundenen Figuren mit Leben füllt. Als er die Tante schließlich von der Existenz von Ehefrau, Baby und Schwiegervater überzeugt hat, muß er ihr dies gleich wieder ausreden, da er sich mittlerweile in die mitgebrachte Adoptivtochter Juttas verguckt hat, für die er dann natürlich wieder ledig erscheinen muß.
Was dabei an Verwicklungen, Zufällen, Trubel und Aufregung auf Tante Jutta und die "Familie" Hannemann hereinbricht, das läßt sich nicht beschreiben, das muß man gesehen haben.
Die Darsteller/innen:
Dr. Hans Hannemann, Rechtsanwalt: Winfried Bauerbach
Tante Jutta aus Kalkutta: Maria Lather
Emil Brückner, Schauspieler: Bertram Schmitt
Ferdinand, Diener bei Hannemann: Tim Lather
Dietrich Bollerkopp, Ganove: Achim Gutbrod
Hildegard, Juttas Adoptivtochter: Rosa Kißling
Mizzi Pollinger, Soubrette: Nadine Steinhaus
Dr. Mummelmann, Sanitätsrat: Peter Thiel
Lene, Ferdinands Frau: Miriam Gutbrod
Wendeborn, Schutzmann: Dieter Schnaudt
Regie: Monika Gutbrod
Soufflage: Iris Pohlmann
Es folgen einige Fotos unserer Aufführung: