1998: Der Geizige von Jean-Baptiste Poquelin (Molière) / 1999: Liebling, ich bin da! von Jack Popplewell

1998

Zum Inhalt

Die im Jahre 1668 geschriebene Komödie des französischen Dichters Molière (1622-1674) hat die Theatergruppe ans Ende des 19. Jahrhunderts verlegt, wie an den Kostümen zu erkennen ist. Dabei hat sie aber die ursprügliche, altertümliche Sprache des Stückes weitgehend beibehalten und damit zum ersten Mal den Versuch gewagt, einen ungewohnt schwierigen Text zu interpretieren.
Alles dreht sich um den reichen, alten Geizhals Harpagon, der sein Geld im Garten vergraben hat, damit niemand von seinem Reichtum erfährt. Seinen beiden Kindern gönnt er nichts, und seine Pferde läßt er nahezu verhungern. Seinen Sohn Cléante rügt er wegen dessen aufwendigen Lebenstils, und seine Tochter Elise, die heimlich Valère, den Haushofmeister ihres Vaters, liebt, will er an den alten, aber reichen Herrn Anselm verschachern.
Valère wagt nicht, sich zu seiner Liebe zu Elise zu bekennen, und Cléante versucht heimlich, sich über den Vermittler Simon Geld zu beschaffen, damit er standesgemäß um die junge Marianne, die er liebt, werben kann. Eine Überraschung erlebt er, als er erfährt, wer der Wucherer ist, dem ihm Simon zuführt. Und dann gibt es auch noch einen Mitbewerber um die Hand Mariannes, der die Heiratsvermittlerin Frosine für seine Zwecke einspannt. In dieser verfahrenen Situation stiften die ungeschickten Vermittlungsversuche von Meister Jakob, dem Koch und Kutscher Harpagons, sowie von La Flèche, Cléantes Diener, nur noch weitere Verwirrungen.
Als Harpagon dann auch noch entdeckt, daß sein Vermögen verschwunden ist, ruft er in tiefster Verzweiflung die Polizei zu Hilfe. Werden deren Ermittlungen erfolgreich sein und die verworrene Lage klären, und werden die Liebenden zueinander finden?


Die Darsteller/innen:

Harpagon, der Geizige: Achim Gutbrod
Cléante, Harpagons Sohn: Winfried Bauerbach
Elise, Harpagons Tochter: Rosa Kißling
Valère, Haushofmeister: Bertram Schmitt
Meister Jakob, Koch und Kutscher: Dieter Kling
La Flèche, Cléantes Diener: Peter Thiel
Frosine, Gelegenheitsvermittlerin: Martina Kißling
Marianne, Cléantes Geliebte: Melanie Lather
Anselm, adliger Herr: Dieter Schnaudt
Meister Simon, Makler: Dieter Schnaudt
Polizeikommissar: Frank Schüßler

Regie: Paul Koch

Soufflage: Monika Gutbrod

Sind wir nicht schön??




1999

Der Autor

Jack Popplewell wurde am 22. März 1911 in Leeds geboren. Er starb am 16. November 1996. In der Zeit zwischen diesen beiden Eckdaten entstanden zunächst etliche Romane und Novellen, bis Jack Popplewell ab 1940 auch als Komponist und Dichter bekannt wurde. Seinen ersten Versuch als Bühnenautor unternahm er 1953. Ermutigt durch erste Erfolge, gelang ihm schließlich mit „Brave Diebe“ („Dear Delinquent“) der Durchbruch. Innerhalb weniger Jahre wurde Popplewell auch im deutschen Sprachraum zu einem der erfolgreichsten und meistgespielten Verfasser guter und unterhaltsamer Komödien und Kriminalstücke. Die englische Fachzeitschrift „The Stage“ nannte ihn ein Beispiel dafür, daß ein Bühnenautor auch ohne einflußreiche Freunde und abseits von Parties und Cliquenwirtschaft, einzig durch Leistung und Ausdauer, Karriere machen kann.


Das Stück

„Liebling, ich bin da!“ („Darling, I´m Home!“) ist eines der erfolgreichsten Stücke des Autors. Das zeigt sich auch in der Tatsache, daß die unterschiedlichsten Dialektfassungen im deutschen Sprachraum existieren. Das reicht von der niederdeutschen Version „Allens oder nicks“, über die bayerische Bearbeitung „Meine Frau ist jetzt der Boss“ und die schwäbische Ausführung „Schätzle, was gibt´s zom essa?“ bis zum schweizerdeutschen Ableger „Schatz, i bi do!“.
Und um was geht´s eigentlich in unserer Komödie?
Celia hat das Hausfrauenleben satt. Ihr Mann Rupert erträgt die ständigen beruf-lichen Mißerfolge nicht mehr. Was liegt näher, als daß Celia ihn zum Rollentausch überredet. Er ist sowieso viel häuslicher als sie, und sie war früher die „rechte Hand“ von Ruperts Vater, als dieser noch die Firma leitete, die Rupert jetzt lang-sam aber sicher in den Konkurs treibt. Während nun Celia mit ihrem neuen Sekretär die Firma wieder aufbaut, vergnügt sich Rupert zuhause mit den Nachbarinnen und einem Putzmittelvertreter, der bald sein Schicksal teilt. Als dann auch noch Toch-ter Karen mit wesentlich mehr „Gepäck“ aus Kanada zurückkehrt, als sie dorthin mitnahm, ist das Chaos perfekt.


Die Darsteller/innen:

Celia Jones, unzufriedene Hausfrau: Rosa Kißling
Janet, ihre Freundin: Maria Lather
Rupert Jones, Seifenfabrikant: Winfried Bauerbach
Robin Nightingale, Reinigungsmittelvertreter: Achim Gutbrod
Barry Bingley Brown, Celias Sekretär: Peter Thiel
Inga Peterson, Nachbarin der Jones´: Regina Fischer
Karen Jones, Tochter von Celia & Rupert: Melanie Lather
Rodney Billingham, Karens Verlobter: Bertram Schmitt
Helen Nightingale, Robins Ehefrau: Martina Kißling

Regie: Monika Gutbrod

Soufflage: Iris Pohlmann

Hier sind wir: