1991 - 2010: Die ersten 20 Jahre der Theatergruppe der KF Anzefahr
Zum neunzehnten Male seit ihrer Wiedergeburt brachte unsere Gruppe im Jahr 2010 ein Stück auf die Bühne. "Wiedergeburt" deshalb, weil schon in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in Anzefahr eifrig Theater gespielt wurde, seinerzeit bereits unter Federführung der Kolpingsfamilie aber auch des Männergesangvereins 1903 Cäcilia Anzefahr. Einige der Darsteller, die dem Aufruf des Kolpingsvorsitzenden Alfons Kißling im Jahr 1991 folgten, sind heute noch mit dabei. Aber nur zwei Personen standen bei allen neunzehn Stücken auf der Bühne, nämlich Rosa Kißling und Winfried Bauerbach. Die Gruppe bemüht sich, jedes Jahr eine neue Facette der reichhaltigen Theaterlandschaft dem Repertoire hinzuzufügen. So wagte man sich, nach den eher "leichtgewichtigen" Schwänken der Anfangsjahre, im Jahr 1997 an die Umsetzung der beliebten Posse "Pension Schöller", im Jahr darauf sogar an die klassische Komödie "Der Geizige" von Moliére. 1999 war die britische Komödie "Liebling, ich bin da!" angesagt, 2000 kam erstmals eine Kriminalkomödie zur Aufführung, "Arsen und Spitzenhäubchen", der Klassiker des Genres schlechthin. Dann ging es mit dem Schwank "Familie Hannemann" bzw. "Tante Jutta aus Kalkutta", ins nordostdeutsche Kleinstadt-Milieu der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Es folgte erneut ein Ausflug über den Ärmel-Kanal , von wo die Gaunerkomödie "Sattelfest" stammt, der die Spielleiterin den griffigeren Titel "Pferdewetten und Landhausbetten" verpaßt hatte. 2003 tummelten wir uns mit "Mimis Krimis" wieder im Hier und Jetzt, da das Böse bekanntlich immer und überall ist. Die Aufführungen 2004 bescherten uns und dem Publikum etwas ganz Besonderes: erstmals war es uns gelungen, den Autoren unseres Stückes nach Anzefahr zu locken. Dieter Jorschik war recht angetan von dem, was wir aus seiner norddeutschen, von uns aber in heimische Gefilde verlegten, Komödie "Pfau im Federkleid" gemacht haben. Erst-(und letzt-)mals sprachen einige Darsteller Ihre Rollen auch teilweise im heimischen Dialekt. Das Stück "Kein Platz für Liebe" im Jahr 2005 hatte die Spielleiterin Monika Gutbrod vor allem wegen der witzigen Dialoge und der Action- und Verwechslungsszenen ausgewählt. Wieder einmal führte es uns über den Ärmel-Kanal. Ein englisches Hotel, das schon bessere Tage gesehen hat, war unser Reiseziel. 2006 hätten wir auch im Vereinigten Königreich verbringen können, denn das Stück "Und alles auf Krankenschein" stammt eigentlich aus England und spielt im Original auch dort, aber Monika Gutbrod hat, neben erheblichen Kürzungs- und Umschreibungsarbeiten, das Stück in die Uni-Klinik Marburg verlegt. Daß einige Mitglieder der Theatergruppe Uni-Bedienstete sind, zwei davon im Kliniksbereich, brachte einen zusätzlichen Reiz in das Stück. 2007 fanden wir uns im Haus des Stellvertretenden Bürgermeisters von New Nork wieder, der mit Ehefrau und Freunden seinen 10. Hochzeitstag feiern wollte. Ansonsten ging es dabei nur um "Gerüchte, Gerüchte...". 2008 war wieder einmal eine Kriminalkomödie fällig. Der "Tatort Villa Bock" befand sich in Deutschland. Da das Stück aber von einem schweizer Autoren stammt, durfte sich einer der Darsteller (Achim Gutbrod) darin versuchen, seine Rolle auf "Schwyzerdüütsch" zu radebrechen. 2009 wurde es erneut kriminell komisch mit der in einem Londoner Vorort spielenden Kriminalkomödie "Charlie ist tot", die der erst 1977 geborene deutsche Autor Stefan Schroeder unter dem Titel "Jerry ist tot" verfaßt hat. Ein chaotisch verlaufender Versicherungsbetrugsversuch trieb den Zuschauerinnen und Zuschauern die Lachtränen in die Augen. Das 2010er Lustspiel "Aktien und Lorbeer", vom amerikanischen Autoren Robert E. Horney als "Credit and Debit" aus der Taufe gehoben, wurde von der Spielleiterin wieder einmal eingedeutscht und von New York nach Berlin verlegt. Die Zeit (60er Jahre des vorigen Jahrhunderts) blieb. Die deutsche Uraufführung fand seinerzeit mit Heinz Erhardt in der Hauptrolle am Marquardt-Theater Stuttgart statt (1967) und wurde auch für das TV aufgezeichnet. Lange Jahre war die Aufzeichnung verschollen und tauchte erst in diesem Jahrhundert wieder auf den Bildschirmen auf. Konsequenterweise wurde das Lustspiel auch, nach Auskunft des Verlages, seit der Uraufführung nie wieder auf deutschsprachigen Bühnen gespielt, sodaß Achim Gutbrod nach Heinz Erhardt der erste Darsteller des Alfred McLaughlin, bzw. Alfred Lachmann ist, was für diesen (Erhardt-Fan seit längst vergangenen Kindertagen) natürlich eine besondere Freude bedeutete. Allerdings ist es schade, daß ein so tolles Stück von der Fachwelt derart vernachlässigt wird. Auch diese Aufführungen sind mittlerweile Geschichte. Aber nach dem Spiel ist vor dem Spiel, und so hat Monika Gutbrod mittlerweile wieder ein neues Stück in Vorbereitung, "Jonnys letzte Butterfahrt", eine Komödie von Helmut Artur Schmidt, die an der Nordseeküste spielt.
Einen zusätzlichen Auftritt bescherte uns das fünfzigjährige Jubiläum unseres "Muttervereins", der Kolpingsfamilie Anzefahr. Am 06. Mai 2000 führten wir bei der "Geburtstagsfeier" mehrere von Achim Gutbrod zusammengestellte und bearbeitete kleine Arztsketche vor. Hierbei kamen insgesamt 20 Personen zum Einsatz, unter anderem auch der Ehrenregisseur Prof. Dr. Paul Koch und unsere jetzige Spielleiterin, Monika Gutbrod. An den Feierlichkeiten zum 60jährigen Jubiläum der Kolpingsfamilie Anzefahr durften wir ebenfalls mit einem kurzen Auftritt teilnehmen (Pfingsten 2010).
Ein weiteres besonderes Ereignis stellte für die Theatergruppe die Teilnahme am Kommersabend des Männergesangvereins 1903 Cäcilia Anzefahr (Erster Vorsitzender: Achim Gutbrod; Zweiter Vorsitzender: Winfried Bauerbach; Tim Lather, Bertram Schmitt, Frank Schüßler und Michael Oelmann sind ebenfalls Sänger des Vereines; Alfons Kißling, Paul Koch und Peter Thiel* gehören als "Passive" dazu) anläßlich des hundertjährigen Vereinsjubiläums dar. Am 15. März 2003 spielten wir drei Szenen aus dem Stück "Als er wiederkam". Historischer Hintergrund war die bereits erwähnte Zusammenarbeit von Kolpingsfamilie und Männergesangverein beim Theaterspielen in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eines der damaligen Stücke war eben jene fürchterliche Heimatschnulze, die man heute wirklich nur noch aus historischen Gründen darbieten kann. Besondere Attraktion war die Teilnahme der Ehepaare Rosina und Rudolf Bauerbach (Eltern von Monika, Großeltern von Miriam Gutbrod) sowie Rita und Karl Schmitt (Eltern von Bertram Schmitt). Diese vier Personen hatten bereits am 28. Dezember 1952 mit diesem Stück auf der Bühne gestanden.
(* Ab 2009 ist Peter Thiel ins "Aktiven-Lager" gewechselt.)
Es folgt eine Auflistung der bisher dargebotenen Stücke mit Auftrittsdaten.
11.04.1992: Mit Küchenbenutzung
23./24.01.1993: Der Wahlkrampf
19./20.03.1994: Der geplatzte Strohwitwer
04./05.02.1995: Familienkrach im Doppelhaus
20./21.01.1996: Der Pantoffelheld
07./08./09.03.1997: Pension Schöller
24./25./26.04.1998: Der Geizige
19./20./21.03.1999: Liebling, ich bin da!
31.03./01./02.04.2000: Arsen und Spitzenhäubchen
30./31.03./01.04.2001: Tante Jutta aus Kalkutta
15./16./17.03.2002: Pferdewetten und Landhausbetten
07./08./09.02.2003: Mimis Krimis
26./27./28.03.2004: Pfau im Federkleid
11./12./13.03.2005: Kein Platz für Liebe
07./08./09.04.2006: Und alles auf Krankenschein
23./24./25.03.2007: Gerüchte, Gerüchte ...
07./08./09.03.2008: Tatort Villa Bock
27./28./29.03.2009: Charlie ist tot
19./20./21.03.2009: Aktien und Lorbeer